Avicenna: Eine Kurzbiographie

Abu Ali Ibn Sina (lateinisch: Avicenna) lebte von ca. 980 n. Chr. bis 1037 n. Chr. in Hamadan, Persien, und gilt in der orientalischen Welt auch heute noch als einer der wichtigsten Ärzte und Gelehrten aller Zeiten. Mit ihm, auch „Fürst der Ärzte“ genannt, wurde ein Höhepunkt der orientalischen Medizin erreicht. Auch in Europa galt der Universalgelehrte und Arztphilosoph fast 700 Jahre lang bis zum Beginn der modernen Medizin als unbestrittene Autorität.
Bereits mit 16 Jahren war der Sohn eines staatlichen Würdenträgers ein anerkannter Wissenschaftler. Als Erbe eines großen Vermögens führte er ein Wanderleben an persischen Höfen, wo er als Arzt, Astronom, Staatsmann und Schriftsteller wirkte. Die letzten vierzehn Jahre seines Lebens verbrachte der bereits zu Lebzeiten mit dem Titel „Scheich“ ausgezeichnete Avicenna als Leibarzt und wissenschaftlicher Berater am Hofe des Fürsten von Isfahan.

Sein um 1030 entstandenes Hauptwerk „Al-qanun fi at-tibb“ (Kanon der Medizin) führte über die Klostermedizin des christlich-lateinischen Abendlandes hinaus und zählte im Mittleren Osten wie in Europa lange zu den bedeutendsten medizinischen Lehrbüchern. An allen bedeutenden europäischen Universitäten stand sein Basiswerk der wissenschaftlichen Heilkunst gleichrangig neben den Schriften von Hippokrates (ca. 460 bis 370 v. Chr.) und Galen (129 bis ca. 200 n. Chr.).

Avicennas bekannteste philosophische Schrift trägt den „Kitab ash-Shifa“ (Die Heilung) und enthält Beiträge über aristotelische Logik, Metaphysik, Naturwissenschaften und andere Themen. In der mittelalterlichen Scholastik wurde er damit neben Averroes zum angesehensten arabischen Philosophen und Vermittler der aristotelischen Philosophie und Naturkunde. Seit dem 13. Jahrhundert wurden die Werke Avicennas besonders an den medizinischen Fakultäten sowohl unter heilkundlichen als auch unter philosophischen Fragestellungen rezipiert.

 

 

Person Avicenna

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