Iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi erhält den Avicenna-Preis 2012

„Unermüdlich und unerschrocken  für Freiheit und Menschenwürde eingetreten“

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi wurde im Jahr 2012 mit dem Avicenna-Preis ausgezeichnet. In ihrer Begründung erläuterte die Jury, dass sich Shirin Ebadi „durch ihr ebenso unermüdliches wie unerschrockenes Eintreten für Freiheit und Menschenwürde in besonderem Maß um das friedliche und freiheitliche Zusammenleben der Menschen in Orient und Okzident verdient gemacht hat“. Ebadi hatte 2003 als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen.

Den Avicenna-Preis hat Shirin Ebadi am Sonntag, den 6. Mai 2012 in der Frankfurter Paulskirche entgegenge- nommen. Der Preis ist mit bis zu 100.000 Euro dotiert, die sich aus Spendengeldern zusammensetzen. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Die Laudatio auf die Preisträgerin wird die österreichische Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Claudia Schmied halten. Im Anschluss wird der Avicenna-Preis 2012 durch den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier sowie die frühere Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth, die der Jury des Avicenna-Preises angehört, an Shirin Ebadi überreicht.

Shirin Ebadi, geb. 21.Juni 1947 in Hamadan im Iran, ist Menschenrechtsaktivistin und Juristin. Sie studierte Rechtswissenschaften in Teheran und wurde 1969 erste weibliche Richterin im iranischen Justizministerium. 1971 promovierte sie an der Universität Teheran und hatte zwischen 1975 und 1979 einen Senatsvorsitz im Teheraner Stadtgericht inne. Nach der Islamischen Revolution 1979 wurde sie gezwungen, ihr Amt als Richterin
niederzulegen. Als Zeichen des Protests ließ sie sich in den vorzeitigen Ruhestand versetzen. Erst im Jahr 1992 erhielt sie nach langer Wartezeit eine Anwaltslizenz und vertrat in der Folge vorwiegend Dissidenten und Oppositionelle. Aufgrund ihres wiederholten und konsequenten Einsatzes gegen Willkür und für Demokratie geriet sie immer wieder in Konflikt mit der Staatsgewalt. Im Jahr 2000 wurde sie in Einzelhaft genommen, verurteilt und mit einem zeitlich begrenzten Berufsverbot belegt. Für ihre Bemühungen um Demokratie und Menschenrechte, insbesondere für die Rechte von Frauen und Kindern, erhielt Ebadi im Jahr 2003 als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis. Heute lebt Shirin Ebadi im Exil in London.
Nach Ansicht der Jury hat sie sich aufgrund ihres jahrelangen Wirkens die Gründungsidee des Preises zu Eigen gemacht, dem der Wunsch zugrunde liegt, dem friedlichen und toleranten Zusammenleben verschiedener Kulturen in Europa und über dessen Grenzen hinaus im Orient und Okzident einen wichtigen und positiven Impuls zu geben, Stereotype zu durchbrechen, neue Wege des gegenseitigen interkulturellen Austauschs und Dialogs zu beschreiten und so eine von gegenseitiger Achtung geprägte Wiederannahme zwischen den Kulturen zu fördern.

„Das Leben und Werk Avicennas, der im Orient wie Okzident bekannt ist und dessen bedeutende medizinische und philosophische Schriften über viele Jahrhunderte hinweg einen Brückenschlag gestiftet haben, scheinen uns in besonderer Weise geeignet, diese Vorstellungen durch die Preisverleihung mit der Person Shirin Ebadi zu verknüpfen. Sie hat die Stiftungsideale durch ihr eigenes und vielfältiges Engagement in herausragender Weise abgebildet“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Die Jury des Avicenna-Preises setzt sich wie folgt zusammen: Georges Corm, ehemaliger Finanzminister des Libanon; Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D.; Dr. Jeno Staehelin, Schweizer UNO-Botschafter und ehemaliger Berater des UN-Generalsekretärs Kofi Annan; Said, deutsch-iranischer Schriftsteller; Dr. Ahmet Tan, ehemaliger türkischer Tourismusminister.

(Dirk Metz Kommunikation)

Preisverleihung an Dr. Shirin Ebadi am 6. März 2012 von 11 bis 13 Uhr in der Frankfurter Paulskirche:

11:00 Uhr

Musik I

11:10 Uhr

Grußwort Dr. Nargess Eskandari-Grünberg
Stadträtin und Dezernentin für Integration Frankfurt am Main

11:20 Uhr

Begrüßung Dr. Yasar Bilgin
1. Vorsitzender Avicenna-Preis e. V.

11:30 Uhr

Avicenna – historische Persönlichkeit
Dr. h. c. Gerd Andres
2. Vorsitzender Avicenna-Preis e. V.

11:40 Uhr

Ansprache des Schirmherrn Volker Bouffier
Ministerpräsident Hessens

12:00 Uhr

Musik II

12:10 Uhr

Laudatio
Dr. Claudia Schmied
Österreichische Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur

12:30 Uhr

Überreichung der Preises
Schirmherr und Vorsitzende

12:40 Uhr

Rede der Preisträgerin
Dr. Shirin Ebadi
Friedensnobelpreisträgerin 2003

13:00 Uhr

Musikalischer Ausklang


Durch die Veranstaltung führte die TV-Moderatorin Pina Atalay
Im Anschluss fand im Foyer der Paulskirche ein Empfang statt.

Download:

Grußwort des Schirmherrn (pdf)

Programm 2012 (pdf)

 

 

 

 

 

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